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Von Rotterdam nach Budapest

Seit meinem letzten Beitrag ist wieder einige Zeit vergangen und jede Menge ist in der Zwischenzeit passiert. Ich sollte vielleicht genau dort anknüpfen, wo ich aufgehört habe. Meine Zeit in Rotterdam war bisher wohl die schönste meiner Reise, denn ich war fast durchgängig glücklich. Die Menschen um mich herum sind mir ziemlich ans Herz gewachsen und ich kann glücklicherweise sagen, dass ich mit einigen neu gewonnenen Freunden den Kontakt aufrecht erhalten habe.

Anfang Oktober habe ich mich von Rotterdam auf den Weg nach Osteuropa begeben, was nicht nur bedeutete, dass mich viele viele Stunden im Bus erwarteten, sondern auch einige Nerven kosten sollte. Der Gitarrenkoffer, den ich mit mir herumtrage, ist wirklich sehr schwer und erleichtert meine Reise auch nicht gerade, doch ich bereue es nicht, meine Gitarre mit auf meine Reise genommen zu haben. Meine Gitarre gibt mir immer das Gefühl ein Stück zuhause an mir zu tragen.

Um in Budapest anzukommen habe ich letztendlich einen recht großen Umweg auf mich genommen, da ich eine Freundin in Genf besuchen wollte. Der Weg dorthin stellte sich bereits als Abenteuer heraus, da ich es mir oft auch selbst nicht leicht mache. Nach fünf Wochen „Hostelleben“ beschloss ich meine zweite Erfahrung mit couchsurfing In Lille (eine Stadt in Nordfrankreich) zu machen. Von fünf Wochen, die ich immer in Gesellschaft verbracht habe, zu drei Tagen, die relativ einsam waren, da mein Gastgeber nicht viel Zeit hatte.

 

Trotzdem habe ich Lille sehr genossen, bin durch die Stadt gelaufen, habe eine Kunstausstellung besucht und habe nach drei Tagen dann schließlich den Bus von Lille nach Lyon und von Lyon nach Genf genommen. In Genf habe ich dann Fabienne nach zwei Jahren wieder gesehen. Sie war eine Austauschschülerin in meiner Schule für ein paar Monate und ich hatte sehr viele Kurse mit ihr, weshalb wir uns in der Zeit, in der sie in Berlin war, angefreundet haben. Das Wochenende in Genf war wirklich sehr angenehm, das Wetter war wunderbar und es tat gut mal wieder ein bekanntes Gesicht zu sehen.

Als ich in Budapest ankam, war ich ziemlich erschöpft, da ich zwei Nachtbusse hinter mir hatte. Meine Erfahrung in Budapest würde ich als „wechselhaft“ bezeichnen, denn es gab Wochen, in denen ich wundervolle Menschen kennengelernt habe, nicht aufhören konnte zu lächeln und mein Leben einfach genossen habe, doch andere Wochen waren nicht leicht, da ich viel nachgedacht habe, mich einsam gefühlt habe und generell alles nicht so perfekt, wie zuvor, erschien.

Mein Handy hat für einige Wochen nicht funktioniert, was mir zwar den Kontakt mit meiner Familie und meinen Freunden etwas erschwert hat, irgendwo war es dennoch eine interessante Erfahrung. Budapest habe ich ohne Google Maps ganz bestimmt viel besser kennengelernt, einen Wecker brauchte ich auch nicht, da ich von selbst meist schon vor 9 Uhr aufgewacht bin und ich habe meine freien Minuten damit verbracht zu lesen oder zu versuchen neue Kontakte zu knüpfen.
Ja, ich benutze ganz bewusst das Wort „versuchen“, denn das Hostel in Budapest war ganz anders, als das Hostel in Rotterdam. Plötzlich fiel es mir unfassbar schwer wirklich anzukommen und auf andere Menschen zu zu gehen, was zuvor im Hostel ROOM besser, als zu erwarten war, geklappt hatte.

 

Abgesehen von diesen Kleinigkeiten, die einen etwas bitteren Geschmack in meiner Erfahrung in Budapest hinterließen, gab es auch besondere Tage und Nächte, an die ich mich gerne zurückerinnere. Ein Freund, den ich kurz vor meiner Reise in Berlin kennengelernt habe, kam zwei mal nach Budapest und auch meine Oma hat mich Ende November für fast eine Woche besucht. In einer anderen Nacht bin ich mit zwei anderen Freiwilligen wach geblieben, um kurz vor 5 Uhr morgens los gelaufen, um den Sonnenaufgang um kurz nach 6 Uhr zu sehen. Ich kann sagen, dass es sich auf alle Fälle gelohnt hat!

 

 

Zwar kann ich nicht sagen, dass ich in Budapest die besten zwei Monate meiner Reise hatte, doch diese Erfahrung hat vieles verändert, vor allem mich, denn ich wurde plötzlich mit nochmal komplett neuen Situationen konfrontiert, die mich gelegentlich ganz schön aus der Fassung gebracht haben. Ich habe auch viel über mich selbst nachgedacht, was sich nicht immer gut angefühlt hat. Trotzdem habe ich nicht aufgegeben oder meine Zeit nicht genossen, denn Reisen bedeutet nicht, dass alles perfekt läuft oder man sich immer unglaublich gut fühlt. Ich lerne viel über mich selbst und andere Menschen, denen ich begegne.

Der Abschied war nach allem, was passiert ist, trotzdem nicht einfach, denn ich wusste mal wieder nicht was mich erwarten würde. Als nächstes müsste ich nicht nur einen neuen Ort mit einer besseren Atmosphäre, neue Freunde und mehr Glück finden, sondern auch eine Umgebung, in der ich Weihnachten, meinen Geburtstag und Neujahr verbringen würde. Im nächsten Post werde ich von meiner Erfahrung berichten, nur werde ich dieses Mal nicht wieder so lange auf mich warten lassen.

Ein Kommentar

  1. Kirstin Kirstin

    Na endlich mal wieder ein Update Deines Projekts. Ich finde es toll, wie Du freiwillig auch die ganzen Unannehmlichkeiten, die das Leben so bieten kann, in Kauf nimmst und vor allem meisterst. Diese Erfahrungen werden Dich stärken und Dir bestimmt noch so manches Mal Mut geben … Es geht halt irgendwie immer weiter, manchmal jedoch auf Umwegen. Viel Spaß weiterhin und ich hoffe, Du erlebst noch viele schöne Dinge auf Deiner Reise. Bleib vor allem immer gesund. Liebe Grüße aus Berlin von Kirstin, Rene, Jili und Timi

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