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Warum ich gerade endlos glücklich bin

Nun sind es beinahe drei Wochen, die ich von Berlin weg bin. In meiner ersten Woche habe ich nahezu jeden Tag in einer neuen Stadt verbracht bis ich in Rotterdam angekommen bin. Mittlerweile kann ich auch wirklich sagen, dass ich richtig angekommen bin, denn ich habe mich eingelebt, die Stadt besser kennengelernt, viele liebe Menschen getroffen, die oft leider nach wenigen Tagen abreisen mussten. An dieser Stelle gibt es keinen besonders großen Unterschied zum Leben zuvor in Berlin, da ich oftmals mit Personen befreundet war, die nach wenigen Tagen, Wochen oder Monaten wieder abreisen mussten. Hier im Hostel gibt es glücklicherweise auch Leute, die fast täglich herkommen, weil sie arbeiten. Einige Erasmusstudenten, die bisher noch keine Wohnung gefunden haben, bleiben auch vorübergehend im Hostel, was dann auch irgendwie schön ist, da sie nicht nach vier Tagen wieder weg sind und man auch Freundschaften schließen kann, die dann stattdessen einen Monat halten.

Ich bin nicht die einzige Freiwillige im Hostel, sondern arbeite und lebe mit vier anderen Freiwilligen zusammen. Untereinander verstehen wir uns ziemlich gut und haben auch schon einige Ausflüge unternommen, die ziemlich viel Spaß gemacht haben und uns als Team auch nochmal zusammen geschweißt haben.

Vor wenigen Tagen haben wir nach der Arbeit den Zug von Dordrecht nach Rotterdam genommen, um die Heimatstadt von einem Angestellten des Hostels zu sehen, der uns vor Ort herum geführt hat. Das Leben im Hostel wird zum Teil zur Routine, was nicht bedeutet, dass es langweilig wird, denn irgendwo ist es auch schön auf meiner Reise diese Routine zu erleben, was ich mit einem Gefühl der Sicherheit in Verbindung bringe. Meine ersten Tage in den Niederlanden waren sehr wechselhaft und ich habe mich anfangs sehr erschöpft gefühlt, da ich immer wieder nach kurzer Zeit weitergereist bin, eine neue Stadt um mich herum hatte, die ich erst kennen lernen musste und neue Menschen, bei denen ich teilweise erst mal herausfinden musste, ob ich ihnen vertrauen kann. Im Hostel kennt man sich mittlerweile und achtet aufeinander. Der Fakt, dass ich alleine reise, macht mir überhaupt nichts aus, doch Menschen um sich herum zu haben, bei denen man ganz einfach mal „sein“ kann und nicht aufpassen muss, was man sagt oder wie man sich verhält, ist zur Seltenheit geworden, wenn das Umfeld immer wieder wechselt.

Die neuen Freunde, die ich hier gefunden haben, geben mir das Gefühl, einfach sagen zu können, was mir in den Sinn kommt. Manchmal lachen wir stundenlang, weil die Situation einfach zu dumm war und irgendjemand von uns etwas Komisches gesagt hat. Doch wir respektieren einander, da wir Freiwilligen alle in einem Raum schlafen, teilen wir auch so gut wie alles miteinander. Wir verbringen fast den ganzen Tag zusammen, wodurch die Freundschaft etwas intensiver ist, als normalerweise, wenn man nicht zusammen wohnt.

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