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Die Reise hat begonnen

Meine Reise hat begonnen, mittlerweile bin ich mittendrin. Mittendrin im Backpackerleben und allem, was dazu gehört. Eines meiner Ziele dieser Reise ist es, mit so wenig Geld, wie nur möglich aus zu kommen. Das hat mich unter anderem dazu gebracht das erste Mal in meinem Leben ,,couchsurfing“ auszuprobieren. Das klingt für die meisten viel abenteuerlicher, als es ist oder auch als ich es mir vorgestellt habe. Dennoch wurde mir in den letzten Tagen nie langweilig. Plötzlich habe ich mit völlig neuen Ängsten und Gedanken zu tun und merke wirklich, wie hilfreich Kontakte im Ausland sein können.

Couchsurfing bedeutet eigentlich nur, dass man eine Schlafgelegenheit bei jemandem zuhause bekommt, der sich dazu bereit erklärt. Man muss nicht unbedingt auf der Couch schlafen, denn viele haben auch ein Gästezimmer oder wenn man als Reisender besonders gut mit Schlafsack und Isomatte vorbereitet ist, was bei mir nicht der Fall ist, kann man auch auf dem Boden schlafen. Das Ganze ist kostenlos, doch trotzdem kann man als Gast aufmerksam sein und für den Gastgeber mal kochen oder etwas einkaufen. Bei mir kam die Idee auf, da ich über verschiedene Kontakte eigentlich schon eine Schlafmöglichkeit gefunden hatte, doch diese kurzfristig abgesagt hatte. Solche Dinge können auch noch einen Tage vor der Abfahrt passieren und da habe ich es dann etwas mit der Angst zu tun gehabt, zwar hätte ich mir noch immer ein Hostel oder ähnliches suchen können, doch das hätte Geld gekostet und wäre nicht ganz so spannend gewesen.

Die ,,couchsurfing“-App habe ich seit Anfang des Jahres auf meinem Handy und in Berlin bin ich auch zu diversen Events gegangen, wo sich Couchsurfer dann zum Beispiel in einer Bar getroffen haben. Durch diese Treffen habe ich sehr viele interessante Personen kennengelernt, mit denen ich teilweise immer noch Kontakt habe. Solche Personen hatten immer etwas zu erzählen, für mich klang das immer sehr aufregend und ich konnte mir nie vorstellen mal selbst zu „couchsurfen“, doch meine erste Erfahrung liegt jetzt schon hinter mir und wird sicherlich nicht die letzte gewesen sein.

Es ist nicht ganz ungefährlich, wenn man vor allem bedenkt, dass man bei Fremden zuhause schläft und das meistens nicht nur für eine Nacht, sondern einige Tage mit dem Gastgeber verbringt. In meinem Fall habe ich eine wunderbare Erfahrung gemacht, da ich mich mit meinem Host sehr gut verstanden habe. An meinem Ankunftstag in Nimwegen saßen wir einige Stunden im Kronenburgerpark, haben Musik gehört und uns über Gott und die Welt unterhalten. Er hatte am ersten Tag noch zwei andere Couchsurfer aus Deutschland da, die auch unglaublich nett waren. Abends haben wir alle zusammen gegessen und später bis in die Nacht Karten gespielt.

An den Tagen darauf habe ich mit meinem Gastgeber jeden Morgen gefrühstückt und dann ist er spät abends wieder zurück gekommen. Ich konnte in der Wohnung ein- und ausgehen, wie ich wollte, da er mir Schlüssel gab, was sehr praktisch war. Am Samstag fand das WordCamp Nijmegen statt, was der eigentliche Grund meines Besuchs in Nimwegen war.

Beim Wordcamp hatte ich, wie immer, eine schöne Zeit, denn ich habe viele neue Leute kennengelernt, doch auch bereits Bekannte getroffen und mich ausgetauscht. Von der Konferenz habe ich nicht besonders viel mitbekommen, da ich erst am Nachmittag bei dem WordCamp angekommen bin, dennoch habe ich einige sehr interessante Gespräche über Sprachen, Kulturen und übers Reisen geführt. Gerade jetzt kann auch ich einiges erzählen und meine neuen Eindrücke teilen.

Am Morgen teilte mir mein Gastgeber mit, dass er mich nicht bis Dienstag bei sich unterbringen könnte. Mir war klar, dass es sehr unwahrscheinlich klappen würde, mich so kurzfristig für vier Nächte unterzubringen. Zu meinem Glück bot mir ein Freund, der in Utrecht wohnt, an, dass ich auch mal zu ihm kommen könnte, falls ich eine Unterkunft bräuchte, da er noch ein Gästebett hätte.

Somit stand für mich fest, ich würde am Montag Nimwegen verlassen und den Zug nach Utrecht nehmen. Den Sonntag nutzte ich schließlich ausgiebig um Nimwegen zu erkunden. Tagsüber schlenderte ich durch das Zentrum, legte mich nachmittags zum Lesen in den Park und ging abends mit Dylan, den ich beim WordCamp kennengelernt habe, aus. An meinem letzten Tag wollte ich nicht die ganze Zeit in der Wohnung sitzen, sondern die Stadt ein letztes Mal in vollen Zügen genießen.

Montagmorgen habe ich mich kurz vor 12 Uhr auf den Weg zum Bahnhof gemacht, da ich auch noch herausfinden musste, wo ich das Zugticket für Utrecht kaufen würde. Das war alles einfacher als erwartet, nur mein Gepäck war genau das Gegenteil, denn das Gewicht ist wirklich sehr belastend. Heute fahre ich mit dem Zug weiter nach Rotterdam, wo ich in einem Hostel arbeiten werde und bis Anfang Oktober bleibe. Zum Glück, denn dann muss ich mein ganzes Gepäck nicht jedes Mal mit mir herumtragen.

Nur über Utrecht kann ich leider (noch) nicht besonders viel schreiben, da ich gestern ein paar wenige Stunden durch die Stadt gelaufen bin, doch ihre Schönheit ist mir keinesfalls entgangen. Für mich ist Utrecht eine Stadt, wie ich sie nie zuvor gesehen habe und ich werde ganz sicher nochmal eine Gelegenheit nutzen, um hier her zurück zu kommen.

In etwa einer Stunde fahre ich mit dem Bus zum Hauptbahnhof von Utrecht und nehme dort den Zug nach Rotterdam. Auf Rotterdam bin ich auch schon ziemlich gespannt, da ich die Stadt noch nicht gesehen habe und mich dort meine erste Arbeit in einem Hostel erwartet. Morgen werde ich meinen ersten Arbeitstag haben. Die letzten Tage waren sehr entspannend, da ich den ganzen Tag über machen konnte, was ich wollte, doch einige Aufgaben zu haben, ist sicherlich zur Abwechslung auch mal ganz gut.

FORTSETZUNG FOLGT.

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