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Gedanken aus dem Flugzeug

Warum sollte ich Angst vor der Tiefe haben, wenn mir die Höhe beim Fliegen oft sogar Freude bereitet?

Während ich das hier schreibe, sitze ich schon im Flieger auf dem Weg von Palermo nach Berlin. Fünf Wochen in Italien sind um und der Abschied war, wie immer, nicht besonders leicht. Trotzdem fliege ich mit neuem Mut und voller Hoffnung zurück, um mich auf mein großes Abenteuer vorzubereiten.

Gestern war mein letzter Tag, doch dieser war nochmal besonders schön. Um genau zu sein, einer der schönsten Tage meines Lebens. Mein italienischer Onkel ist Berufstaucher, doch verbringt auch einen großen Teil seiner Freizeit im Wasser. Vor ein paar Tagen wurde scherzhaft gefragt: ,,Wann nimmst du Sam eigentlich mal mit?“ und daraus entstand dann ein Tauchkurs.

Morgens suchten wir Flossen, Schnorchel und Taucherbrille zusammen und er fing an mir einige Notwendigkeiten zu erklären. Schließlich liefen wir nachmittags runter zum Meer und suchten uns eine geeignete Badestelle. Als es dann mit allem drum und dran ins Wasser ging, war ich schon etwas aufgeregt.

Meine Taucherbrille war etwas zu groß, weshalb wir sie immer wieder kleiner gestellt haben, bis sie gepasst hat. Das machte mich erst nervös, denn ich wollte nicht, dass mein Onkel seine Zeit mit mir verschwendet, doch er beruhigte mich und meinte, dass wir lieber jetzt Zeit verlieren, als dann später, wenn ich schon Probleme mit der Brille habe.

Beim Apnea taucht man einige Meter unter Wasser, ohne Sauerstoffflaschen, was ich immer für Magie gehalten habe, doch mit der richtigen Technik geht es. Die Technik ist wirklich ziemlich wichtig, denn sonst kann es gefährlich werden. Wie, was und warum kann ich an dieser Stelle nicht erklären. Ich bin auch nur eine blutige Anfängerin.

Wenn ich so ins Wasser schaute und sah, wie tief es war und ich die einfach so runtertauchen sollte, hatte ich so meine Selbstzweifel. Von Anfang hat die Technik ganz gut geklappt, doch wie mein Onkel sagte: ,,Der Rest ist jetzt nur noch Kopfsache!“ und das waren die magischen Worte, denn plötzlich konnte ich mich lösen.

Warum sollte ich Angst vor der Tiefe haben, wenn mir die Höhe beim Fliegen oft sogar Freude bereitet? Nachdem ich mich von meiner Angst befreien konnte, fing der Spaß erst richtig an und die Zeit verflog einfach. Einige Stunden später stiegen wir aus dem Wasser und meine Begeisterung war mir deutlich anzumerken. Zuhause wurde der ganzen Familie von unserem Erlebnis erzählt.

Manchmal gibt es nichts, das uns von einer Tat abhält, außer unsere Angst. Doch wenn man all die anderen Hürden im Leben schon überwunden hat, kann man diese auch noch meistern. Herausforderungen machen das Leben spannend, bereichern den Geist und schaffen neuen Mut. Grenzen sollte man manchmal versuchen zu überwinden, damit man sich nicht immer nur im Kreis dreht und niemals aus der eigenen Komfortzone heraustritt.

Der gestrige Tag hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, die Selbstzweifel, Sorgen und andere negative Gefühle für einen Moment beiseite zu schieben, wenn man etwas erreichen möchte.

An dieser Stelle danke ich meinem Onkel für diese wunderschöne Erfahrung. ❤

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