Skip to content

35 Tage in Italien

In diesem Augenblick befinde ich mich noch immer in Italien, um etwas genauer zu sein, in der Nähe von Palermo. Sferracavallo, ein Ort voller Erinnerungen aus meiner Kindheit. Hier hat sozusagen alles erst so richtig begonnen, denn als ich zum ersten Mal nach Italien kam, war ich hier in Sferracavallo.

 


Vor 13 Jahren lernte ich meine italienischen Großeltern endlich persönlich kennen, sah zum ersten mal Palmen, die ich für riesige Ananas hielt (dazu muss ich sagen, dass ich ein Spongebobfan war) und lernte schwimmen. Meine italienische Familie ist zwar „nur“ angeheiratet, doch besser hätten sie mich in die Familie nie integrieren können, denn genauso wie ich meine Großeltern ganz selbstverständlich als diese bezeichne, macht der Rest der italienischen Familie einen sehr großen Teil meines Lebens aus und nahm mich als Enkelin oder auch Nichte auf.

Jeden Sommer kehrten wir zu fünft an den gleichen Ort, in das gleiche Haus zurück, welches voller Arbeit und Geschichten steckt. Das Haus, in dem mein Großvater aufgewachsen ist, liegt nicht weit vom Strand entfernt. Manchmal liefen wir abends zum Meer, um den Sonnenuntergang zu genießen, anschließend machten wir uns auf den Heimweg, machten einen Zwischenstopp beim Bäcker um die Ecke und aßen dann zuhause gemeinsam Abendbrot.

Gelegentlich war es nicht ganz so einfach, seit letztem Jahr nicht mehr zu fünft, sondern seit zwei Jahren zu sechst (mit meinem kleinen Bruder), in einem Haus zu wohnen, wenn man es sonst nicht gewohnt ist und die Meinungen manchmal eben auseinander gehen. Doch am Ende des Tages sitzen wieder alle gemeinsam an einem Tisch, essen, trinken und reden über Gott und die Welt.

So viel zu den letzten 20 Tagen, denn 15 von 35 Tage habe ich in einer kleinen Stadt in der Nähe von Mailand verbracht, dort lebt eigentlich die ganze italienische Familie. Mein Vater musste noch zwei Wochen arbeiten, bevor auch sein Urlaub endlich los gehen konnte. Lella (Papas Frau) musste auch noch einige Tage arbeiten und in der Zwischenzeit passte ich auf meinen kleinen Bruder auf.

So ein kleiner zweijähriger Junge kann die ganze Familie ziemlich auf Trab halten. Er ist bereits jetzt zweisprachig, was unglaublich faszinierend, ,manchmal lustig und meistens einfach unfassbar süß ist, vor allem wenn er anfängt die Sprachen zu mischen und Familienangehörige das eine oder andere Mal in Schwierigkeiten bringt. Wenn er nach einer ,,Gabel“ fragt, aber niemand das deutsche Wort versteht, ist es nicht ganz einfach mit der Zweisprachigkeit.

An zwei freien Tagen fuhr ich morgens mit meinem Vater zu Arbeit nach Mailand, dort frühstückten wir einige Minuten zusammen, dann lief ich los, einfach irgendwohin ohne Ziel. Ich muss mich immer erst in einer Stadt verlaufen, um hinterher wirklich das Gefühl zu haben, dagewesen zu sein.

Leider reichen zwei Tage nicht aus, um eine ganze Stadt neu zu entdecken, denn bisher kannte ich nur den Domplatz besonders gut. Mailand hat sicherlich einige schöne und ziemlich interessante Viertel, die man etwas genauer auf sich wirken lassen sollte und wie man auf den Bildern wahrscheinlich erkennen kann, habe ich mich nach einiger Zeit, die ich herum geirrt bin, in einem Park wieder gefunden. Die Bilder stellen eine etwas andere Seite von Mailand dar. Ich kenne leider nicht viele Personen, die in der Stadt wohnen und auch die Stadt selbst kenne ich nicht besonders gut, weshalb ich Mailand absolut nicht mit Berlin vergleichen könnte, denn irgendwo fehlt mir einfach der persönliche Bezug.

Diese 35 Tage in Italien waren sehr abwechslungsreich und ziemlich erholsam. Wie immer habe ich eine ganze Menge über mich selbst gelernt und viel über meine Zukunft nachgedacht, wodurch ich schon etwas genauere Vorstellungen bekommen habe, zumindest was meine nahe Zukunft betrifft. In den letzten fünf Wochen habe ich mich auch schon auf den Anfang meines Auslandsjahres vorbereitet, da ich schon ein wenig Niederländisch gelernt habe.

Irgendwie dreht sich in meinem Kopf alles um mein bevorstehendes Abenteuer, trotz der Vorfreude möchte ich die letzten Tage in Italien genießen. Zwar hoffe ich, an Weihnachten nach Hause zu fahren, doch sicher ist es noch nicht, weshalb wir uns mindestens die nächsten fünf Monate nicht sehen werden. Es ist nicht besonders leicht so lange Abschied zu nehmen, doch die Zeit wird schneller vergehen, als es mir vorkommen wird. Ob ich letztendlich doch schon früher mal zu Besuch kommen werde, entscheide ich dann spontan. Ich werde sie zwar nicht in Person vor mir haben, doch dank Whatsapp, Facebook, Skype und sonstigen sozialen Netzwerken kann ich mich trotz der großen Distanzen mit meiner Familie Bilder austauschen, Videoanrufe machen oder auch manchmal einfach nur mal ,,Ich bin gut in (wo auch immer) angekommen!“ damit alle beruhigt schlafen können.

In vier Tagen geht es zurück nach Berlin und dann beginnen die Reisevorbereitungen so richtig Wie ich bereits in einem der letzten Beiträge geschrieben habe, arbeite ich seit ein paar Wochen an meiner Packliste, die ich mir aus einigen Videos (Youtube) zusammengebastelt habe, da es tatsächlich einige wichtige Dinge gibt, an die ich nicht sofort gedacht hätte. Mich hat schon seit längerem die Angst gepackt, dass ich meinen Rucksack zu voll packen würde, zu viel unnötiges Zeug mitnehme oder wichtige Dinge sogar vergesse. Im Notfall finde ich das meiste bestimmt auch vor Ort, doch ich will am Anfang meiner Reise nicht unbedingt in ein Einkaufscenter rennen müssen, um irgendetwas zu kaufen, das ich vergessen habe. Vielleicht würde ich meine Packliste sogar hier teilen..

Was denkst du darüber? Ein Beitrag zu meiner Packliste für mein Auslandsjahr: Ja oder nein?
Hinterlasse mir doch gerne einen Kommentar unter diesem Artikel!

Be First to Comment

Kommentar verfassen