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Positives Körperbild

Am Anfang des Jahres habe ich mir eine Kamera gekauft, da ich das Fotografieren mehr und mehr für mich entdeckt habe. Hinter der Kamera ist es nicht wichtig, wie man aussieht, denn alles wichtige spielt sich vor der Kamera ab. Ich gebe als Fotografin dann einige Anweisungen und muss dann im richtigen Moment auf den Auslöser drücken.

Einige wenige Male bin ich mit Freunden unterwegs, die mir die Kamera aus der Hand nehmen und mich fotografieren. Auf einigen Bildern mag ich mich selbst dann auch, aber manchmal ist genau das Gegenteil der Fall. Selbstbewusstsein habe ich in den letzten Jahren reichlich dazu gewonnen und darüber bin ich sehr froh. Selbstliebe ist an dieser Stelle jedoch nochmal ein ganz anderes Thema, denn auch wenn ich oft so wirke, als wäre ich im Reinen mit mir selbst, ist das nicht wirklich immer der Fall. Wer schaut schon jeden Tag in den Spiegel und ist hundertprozentig zufrieden mit der Person, die dort vor einem steht?

 

Gestern war einer dieser Tage, an denen ich vor der Kamera stand, wodurch es für mich sehr viele Hochs und Tiefs gab. Neben Fotos, die ich gerne ansehe, sind einige schrecklich unvorteilhafte Bilder entstanden. Fotos, die ich auf keinem sozialen Netzwerk hochladen würde. Dort stellt man sich eben nur so dar, wie man von der Öffentlichkeit gesehen werden möchte. Mir geht es eigentlich immer darum, Bilder hochzuladen, die so natürlich wie möglich sind und Emotionen darstellen, welche den Momenten wirklich entsprechen. Auf den meisten Bildern sieht man mich zum Beispiel ganz breit grinsen oder lachen. Einfach, weil ich so unglaublich gerne lache und Spaß hatte, während ich dann mal das Fotomodel gespielt habe.

Trotzdem bleibt nach dem gestrigen Abend, der wirklich wunderschön war, ein bitterer Nachgeschmack, welcher von den bereits angesprochenen unvorteilhaften Bildern kommt. Solche Dinge auszusprechen, fällt mir nicht besonders leicht, da man den falschen Leuten somit eine Angriffsfläche verschafft, doch an dieser Stelle ignoriere ich das mal. In letzter Zeit habe ich das Thema ,,positives Körpergefühl“ auf sozialen Netzwerken, wie beispielsweise Instagram, sehr stark wahrgenommen. Etwas, das ich sehr gut finde, denn es ist wichtig sich selbst voll und ganz zu akzeptieren und sogar zu lieben (oder das zumindest anzustreben).

Fotos sind nur Aufnahmen eines bestimmten Augenblickes, wodurch man auf diesen Momentaufnahmen so unterschiedlich wirken kann. Durch die Körperhaltung kann man so anders aussehen und das nur im Abstand von wenigen Sekunden. Proportionen können auf Bildern verändert aussehen, was oft auf sozialen Netzwerken genutzt wird, damit man so gut wie möglich aussieht. So können gesellschaftliche Schönheitsideale nur durch das Verändern der Körperhaltung erfüllt werden. Fotobearbeitungsprogramme können dann noch den Rest verbessern.

Ich habe keine perfekte Figur, keinen flachen Bauch, Modelbeine oder eine Sanduhrentaille. Trotzdem habe ich das Recht, mich selbst so zu lieben, wie ich bin. Gesunde Ernährung und Sport sind Teile meines Lebens, weil ich gerne frisches Obst oder Gemüse esse und ich gehe mehrmals in der Woche laufen, da es meinem Geist gut tut. Haben diese Dinge dann positive Auswirkungen auf meinen Körper, freut es mich umso mehr, da ich all das gerne tue. Doch nicht, weil mich irgendetwas oder irgendjemand dazu zwingt. Im Endeffekt strahle ich auch genau diese Einstellung aus, weshalb sich nur sehr selten Menschen wirklich getraut haben, mir negative Kommentare bezüglich meines Aussehens mitzuteilen.

 

Mit diesem Beitrag möchte ich gerade jetzt (zur Sommerzeit) darauf aufmerksam machen, dass sich niemand schämen muss. Jeder darf sich luftig anziehen und muss sich nicht unter dicker Kleidung verstecken! 🙂

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