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Meine Idee von Glück

Seit etwa 13 Jahren wohnt mein Vater nun in Italien mit meiner Stiefmama und ihrer Familie, die mich von Anfang an, wie ein richtiges Familienmitglied aufgenommen haben. Die anfängliche Sprachbarriere wurde schnell beseitigt, da ich die Sprache recht schnell gelernt habe, aber auch weil Kindern das Kommunizieren irgendwie leichter fällt. Das liegt möglicherweise daran, dass sie sich nicht schämen sich mit Händen, Füßen und Gesichtsausdrücken verständlich zu machen oder es zumindest versuchen.

In den vergangenen Jahren war ich fünf Mal im Jahr in Italien, da ich jede Schulferien dorthin flog. Auch wenn es sich dabei immer nur um etwa zwei Wochen Aufenthalt handelte, habe ich mich dort immer sehr wohl gefühlt. Da weiterzumachen, wo alles aufgehört hat, ist nicht leicht, dennoch möglich, wie ich es am eigenen Leib erfahren habe. Durch die Ferien habe ich nochmal eine andere Welt kennengelernt, denn es bestehen einige kulturelle Unterschiede zwischen Italien und Deutschland. Eine andere Mentalität, andere Werte, die mich sehr stark beeinflusst haben. Familie ist in Italien riesengroß geschrieben, was den meisten auch in anderen Ländern bekannt ist. Diese Unterschiede haben mein “Doppelleben“ nicht einfacher gemacht, dennoch bin ich dankbar für diese Möglichkeit.

Nun sind meine letzten offiziellen Ferien vorbei und auch diese habe ich in Italien verbracht. Zwei Wochen voller Erlebnisse, lernintensiven Tagen, da ich mich auf meine Abiturprüfungen vorbereiten musste, aber auch voller erholsamen Momenten. Am Anfang der Ferien fand, wie jedes Jahr ein WordCamp in Turin statt, an dem ich mit meinem Vater teilgenommen habe. Kurz am Rande: Ein WordCamp ist eine Konferenz von WordPress, welche in unterschiedlichen Städten organisiert wird. Dabei hört man Vorträge über alle möglichen Themen, die immer irgendwas mit WordPress zutun haben. Jeder kann dort teilnehmen, weshalb dann zum Beispiel zu italienischen WordCamps Menschen aus allen möglichen Ländern kommen können. Was auch bedeutet, dass man sich größtenteils auf Englisch unterhält.

Nach dem Wochenende in Turin sind mein Vater und ich mit dem Zug zurück nach Mailand gefahren. In den folgenden Tagen habe ich auf der Arbeit meines Vaters eine Übersetzung geschrieben, was nicht einfach war, da ich im Übersetzen noch nicht besonders erfahren bin. Dennoch war es sehr angenehm damit ein bisschen Abstand zum schulischen Stress zu gewinnen. Zumal ich die Atmosphäre dort sehr mag, da die Kollegen meines Vaters sehr nett sind. In diesen arbeitsreichen Tagen waren auch meine Tante und meine kleine Cousine aus Berlin in Mailand, von denen ich leider recht wenig hatte, da wir immer erst am Abend nach Hause gekommen sind. Da sie auch in Berlin wohnen, werde ich zum Glück öfter die Gelegenheit haben mit den beiden Zeit zu verbringen.

Schließlich folgten die Feiertage, welche aus vielem Essen bestanden, welches immer ziemlich lecker ist. Zwischendurch habe ich Zeit mit einer Freundin, die in der Nähe wohnt, verbracht. Eine Freundschaft auf so viel Entfernung aufrechtzuerhalten ist nicht leicht, doch wenn beide Seiten Interesse daran zeigen, kann es durchaus sehr gut funktionieren.

Am Mittwoch der letzten Woche habe ich einen Ausflug mit meinen Großeltern an den Lago Magiore gemacht. Wir wollten die verschiedenen Inseln besuchen, die sich auf dem See befinden. Leider war es an den vorherigen und am selbigen Tag so windig, dass man nicht auf die Inseln gelangen konnte beziehungsweise die Gefahr bestand, dass man nicht zurückkommen konnte. Also sind wir ein wenig in der Umgebung herumgelaufen und haben das schöne Wetter genossen.

In den folgenden Tagen habe ich mich auf die Prüfungen vorbereitet, etwa Zeit mit meinem kleinen Bruder und meiner Stiefmama verbracht und die freie Zeit genossen. Am Samstag hatte mein Vater frei, das Wetter war wieder ziemlich schön, weshalb wir das auch genutzt haben und einen Ausflug zu viert nach Pavia gemacht haben. Wie auch mein Vater und mein Bruder, war ich zuvor noch nie in Pavia. Die Stadt ist mit dem Auto nicht weit entfernt von Mailand.  Im Gegensatz zu Mailand, wird Pavia von nicht vielen Touristen besucht, da sie auch nicht unglaublich bekannt ist. Doch ich muss sagen, dass sie wirklich sehr schön ist. Gerade bei gutem Wetter ist die Gegend am Fluss von Pavia sehr schön.

Etwas weiter entfernt von dem Zentrum liegt eine Kirche, die noch zu Pavia gehört. Am Nachmittag sind wir noch dorthin gefahren und haben an einer kurzen Führung teilgenommen. Diese war sehr interessant, gut besucht und noch kostenlos. Wir haben dort ein paar Stunden verbracht, um uns alles genau anzuschauen und ein paar Fotos zu machen. Nach etwa einer Stunde Autofahrt sind wir zuhause angekommen und haben meinen vorletzten Abend noch entspannt ausklingen lassen.

Der letzte Tag bestand wie auch sonst aus Abschied nehmen, Koffer packen und der Planung des nächsten Wiedersehens, welches zum Glück nicht lange auf sich warten lässt.

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